Wie der KI-Modus funktioniert
Im KI-Modus beantwortet Google eine Frage nicht mit zehn Links, sondern mit einer zusammenhängenden Antwort. Diese kann Texte, Tabellen und Aufzählungen enthalten. Grundlage ist ein angepasstes Gemini-Modell, also ein Large Language Model, das mit den Suchsystemen von Google verbunden ist.
Technisch beschreibt Google das Verfahren als Query Fan-out: Die Frage wird in Teilthemen zerlegt, zu jedem Teilthema stellt das System eigenständig viele Suchanfragen und fasst die gefundenen Inhalte zusammen. Dadurch greift der KI-Modus tiefer ins Web als eine einzelne Suche. Er greift zudem auf aktuelle Daten wie den Knowledge Graph oder Produktinformationen zurück.
Drei Eigenschaften unterscheiden ihn von der klassischen Suche:
- Längere Fragen: Nach Angaben von Google sind Anfragen im KI-Modus etwa zwei- bis dreimal so lang wie klassische Suchanfragen.
- Dialog: Rückfragen bauen auf der vorherigen Antwort auf. Jede Rückfrage gilt dabei als neue Suchanfrage.
- Multimodal: Fragen können getippt, gesprochen oder per Foto gestellt werden.
Ist sich das System bei einer Antwort nicht sicher genug, zeigt es nach eigener Aussage stattdessen normale Suchergebnisse an. Fehler sind trotzdem möglich (siehe KI-Halluzination). Wichtige Angaben wie Normen, Grenzwerte oder Preise sollten deshalb immer an der verlinkten Quelle geprüft werden.
Seit wann gibt es den KI-Modus in Deutschland?
Google hat den KI-Modus 2025 zunächst in den USA eingeführt. Am 7. Oktober 2025 kündigte Google die Ausweitung auf mehr als 35 weitere Sprachen und über 40 weitere Länder an, darunter Deutschland und weitere europäische Länder. Seitdem ist der KI-Modus auch auf Deutsch nutzbar. Google ergänzt seither laufend neue Funktionen und Modelle. Was einzelne Nutzer sehen, kann deshalb je nach Konto, Gerät und Zeitpunkt unterschiedlich sein.
KI-Modus aktivieren, nutzen und umgehen
| Ziel | So geht es |
|---|---|
| KI-Modus nutzen | Auf der Google-Ergebnisseite den Reiter „KI-Modus“ wählen oder in der Google-App für Android und iOS den KI-Modus antippen |
| Verlauf ansehen oder löschen | Über den Verlauf im KI-Modus oder die Seite „Meine Aktivitäten“ im Google-Konto |
| Nur klassische Links sehen | Den Reiter „KI-Modus“ einfach nicht wählen; nach einer Suche zusätzlich den Filter „Web“ nutzen |
| KI-Übersichten abschalten | Laut Google nicht möglich, da sie fester Bestandteil der Suche sind; der Filter „Web“ blendet sie aus |
Fazit der Tabelle: Den KI-Modus nutzt nur, wer ihn bewusst auswählt. Abschalten lassen sich dagegen die automatischen KI-Übersichten nicht, nur über den Web-Filter umgehen.
Fehlt der Reiter, ist die Funktion für das Konto, die Spracheinstellung oder das Gerät meist noch nicht freigeschaltet. Bei Unternehmenskonten kann auch die IT-Administration KI-Funktionen eingeschränkt haben.
Unterschied zu den KI-Übersichten
| KI-Übersichten (AI Overviews) | KI-Modus (AI Mode) | |
|---|---|---|
| Ort | Oberhalb der normalen Suchergebnisse | Eigener Reiter, ersetzt die Ergebnisliste |
| Auslöser | Von Google automatisch eingeblendet | Vom Nutzer bewusst gewählt |
| Format | Kurze Zusammenfassung | Ausführliche Antwort mit Dialog |
| Rückfragen | Nicht vorgesehen | Ja, mit Bezug auf die vorherige Antwort |
| Klassische Ergebnisse | Darunter weiterhin sichtbar | Nur als Quellenlinks innerhalb der Antwort |
Fazit der Tabelle: KI-Übersichten ergänzen die klassische Suche, der KI-Modus ersetzt sie für Nutzer, die ihn wählen.
Was der KI-Modus für Industrieunternehmen bedeutet
Im B2B-Einkauf steht am Anfang oft eine komplexe Recherchefrage. Ein Beispiel: „Welche Verfahren eignen sich zum Entgraten von Aluminium-Druckguss bei mittleren Stückzahlen, und welche Anbieter gibt es in Süddeutschland?“ Für solche Fragen ist der KI-Modus gebaut. Er kann die erste Auswahl an Verfahren und Anbietern vorwegnehmen, bevor ein Einkäufer überhaupt eine Website besucht.
Für Hersteller und Zulieferer folgen daraus drei Punkte:
- Die Vorauswahl wird früher getroffen. Wer in der Antwort nicht als Quelle oder Anbieter auftaucht, kommt seltener auf die Liste. Das passt zur langen B2B Customer Journey, in der ein großer Teil der Recherche ohne Vertriebskontakt stattfindet.
- Spezifische Inhalte schlagen allgemeine. Durch das Fan-out sucht Google nach sehr konkreten Teilaspekten: Werkstoffe, Toleranzen, Losgrößen, Branchen, Zertifizierungen. Eine Leistungsseite, die genau diese Angaben enthält, liefert Material für viele dieser Teilfragen.
- Klicks werden seltener, aber gezielter. Wer nach einer ausführlichen Antwort noch klickt, hat meist eine konkrete Absicht. Google selbst beschreibt diese Klicks als „höherwertig“. Unabhängig belegen lässt sich das bisher kaum.
So werden Inhalte im KI-Modus berücksichtigt
Google betont, dass es für den KI-Modus keine besonderen Dateien, Auszeichnungen oder strukturierten Daten braucht. Es gelten die bekannten Grundlagen:
- Technisch erreichbar sein: Seiten müssen indexierbar sein, mit Statuscode 200 antworten und dürfen den Googlebot nicht aussperren.
- Eigenständige, hilfreiche Inhalte bieten: Erfahrung, Fachwissen und nachprüfbare Angaben zählen, siehe E-E-A-T. Austauschbare Werbetexte liefern dem System keine verwertbaren Fakten.
- Klar strukturieren: Ein Thema pro Seite, eindeutige Überschriften, Tabellen für technische Daten und kurze Antworten auf typische Fragen.
- Strukturierte Daten konsistent halten: Strukturierte Daten müssen zum sichtbaren Inhalt passen.
- Sichtbarkeit steuern: Über
nosnippet,data-nosnippet,max-snippetodernoindexlässt sich begrenzen, welche Inhalte in KI-Antworten erscheinen dürfen.
Wie sich die Sichtbarkeit in KI-Antworten systematisch prüfen und verbessern lässt, beschreibt der Magazinbeitrag zur GEO-Optimierung (Link unten unter „Vertiefen im Magazin“).
Messen: Was man über den KI-Modus erfährt
Klicks und Impressionen aus dem KI-Modus fließen in den Leistungsbericht der Google Search Console ein, im Suchtyp „Web“. Eine Impression zählt dabei nur, wenn ein Link zur eigenen Website angezeigt wird. Ein eigener, vollständiger Bericht für KI-Funktionen wird erst nach und nach eingeführt. Für ein realistisches Bild hilft deshalb ein Bündel von Indikatoren:
- Entwicklung der Impressionen und Klicks für längere, fragebasierte Suchanfragen
- Anfragen über die Website, die sich auf eine KI-Recherche beziehen; dazu im Kontaktformular fragen, wie der Kontakt zustande kam
- regelmäßige, dokumentierte Stichproben mit festen Fragen im KI-Modus und in anderen KI-Assistenten
Häufige Fragen
Was ist der KI-Modus bei Google?
Der KI-Modus ist ein eigener Suchmodus, in dem Google eine Frage mit einer ausführlichen, KI-generierten Antwort beantwortet statt mit einer Ergebnisliste. Nutzer können Rückfragen stellen; Quellen werden als Links in der Antwort angezeigt.
Wie aktiviere ich den KI-Modus?
Der KI-Modus muss nicht installiert werden. Er erscheint als Reiter „KI-Modus“ auf der Google-Ergebnisseite sowie in der Google-App für Android und iOS. Ist er nicht sichtbar, ist er für das Konto, das Gerät oder die Region möglicherweise noch nicht freigeschaltet; Google führt Funktionen schrittweise ein.
Kann man den KI-Modus deaktivieren?
Der KI-Modus wird nur angezeigt, wenn man ihn bewusst auswählt; die normale Suche bleibt bestehen. KI-Übersichten in der normalen Suche lassen sich laut Google dagegen nicht abschalten. Wer nur klassische Links sehen möchte, kann nach der Suche den Filter „Web“ wählen.
Was ist der Unterschied zwischen KI-Modus und KI-Übersichten?
KI-Übersichten erscheinen automatisch oberhalb der normalen Suchergebnisse und fassen kurz zusammen. Den KI-Modus wählt der Nutzer selbst; er ersetzt die Ergebnisliste durch eine ausführliche Antwort mit Dialog und Quellenlinks.
Ist der KI-Modus kostenlos?
Ja, der KI-Modus ist Teil der normalen Google-Suche und ohne Abonnement nutzbar. Einzelne erweiterte Funktionen stellt Google zum Teil zuerst zahlenden Nutzern oder nur in bestimmten Ländern bereit.
Wie werde ich als Unternehmen im KI-Modus genannt?
Google nennt keine Sondermaßnahmen. Es gelten die bekannten Grundlagen der Suchmaschinenoptimierung – indexierbare, technisch einwandfreie Seiten und hilfreiche, eigenständige Inhalte. Für Industrieunternehmen heißt das vor allem, konkrete Leistungen, Anwendungen und Nachweise klar auf eigenen Seiten zu beschreiben.
Vertiefen im Magazin
Verwandte Begriffe
Quellen
- Google: AI Mode is now available in more languages and locations around the world (07.10.2025)
- Google: A closer look inside AI Mode (05.06.2025)
- Google Search Central: Top ways to ensure your content performs well in Google's AI experiences on Search (21.05.2025)
- Google Search-Hilfe: Get AI-powered responses with AI Mode in Google Search
- Search Console-Hilfe: What are impressions, position, and clicks? (Abschnitt AI Mode)
Zuletzt aktualisiert: · Redaktion Industrie Digital Verbund · Alle Begriffe im Glossar